Stefan Glowacz im Interview

Stefan Glowacz im Interview

Stefan Glowacz gab kürzlich ein Interview bei Radio Südtirol. Er sprach darin über seinen Werdegang zum Profi-Kletterer, seine Kindheit und Jugend und natürlich auch über verschiedene Stationen seiner Karriere. Hier ein paar Auszüge aus dem Interview:

Zu Beginn wurde Stefan Glowacz zu seinen Vorträgen befragt und inwiefern diese für Wirtschaftsleute interessant seien, da er auch Vorträge für solche Leute halte. Er verstehe diese Vorträge als  “Inspirationsvorträge” so Stefan Glowacz.  Motivieren müsse sich jeder selbst. Zudem sei die eigene Einstellung sehr wichtig: Mit dem nötigen Einsatz und Ehrgeiz könne man zwar sehr gut werden, in dem was man macht, aber ohne Leidenschaft könne man nie einer der Besten werden. Dies zähle auch für die Wirtschaft und nicht nur im Sport so der Abenteurer Stefan Glowacz. Aus Leidenschaft müsse man auch eine Besessenheit entwickeln können, sonst würde man nie einer der besten. Visionäre sind immer auch Besessene, so Stefan Glowacz und nannte in diesem Zusammenhang unter anderem Reinhold Messner und David Lama.

Stefan Glowacz über seine Kindheit

Glowacz sei Bergsteiger geworden wegen seiner Eltern, erzählte er im Interview. Diese seien sehr bergsteig-affin gewesen und haben ihm Instinkte vermittelt, die jetzt auch auf Expeditionen wichtig sind. Als Beispiel hierfür nannte Stefan Glowacz etwa, dass er es spüre, wenn, wenn schlechtes Wetter kommt. In Schule sei er nicht so motiviert gewesen und er habe keine schöne Schulzeit gehabt, so der frühere Profi-Kletterer. Er war Rebell, verstand nicht, warum er Lernen sollte, was er lernen sollte. Deshalb seine eigenen Kinder auch alle in eine Montessori-Schule gegangen. Er habe sich sehr schwer getan in der Schule und erst wahren Leben habe er alles gelernt, so Stefan Glowacz.

Nach dem Abschluss der Mittleren Reife hat Stefan Glowacz eine Lehre zum Werkzeugmacher gemacht. Dies jedoch nur wegen der Eltern – vor allem dem Vater zuliebe. Mit dem Kopf war er immer beim Klettern, erzählte er im Interview. Sein Zeugnis habe er gar nicht erst geholt. In dem Moment wo er wusste, dass er bestanden hat, sei er gleich in’s Oberreintal, wo er dann vier Wochen lang geblieben sei. Zurück gekommen sei der dann erst für Lehre, Stefan Glowacz. Er habe sich durch die dreieinhalb Jahre Lehrzeit gequält, sei aber nach Feierabend immer gleich in den Klettergarten. Sehr Enge Bindung an Südtirol, viele Freunde.

Stefan Glowacz war in früheren Jahren einer der ersten großen Profi-Kletterer Europas. Im Interview erzählte er dazu, er war der geborene Wettkämpfer. Der Konkurrenzkampf habe ihn nicht unter Druck gesetzt, sondern beflügelt. Nachdem er seinen ersten Wettkampf 1985 gewonnen hatte war er neun Jahre lang im Wettkampfgeschehen aktiv. Er sei damals zu zum Frontmann einer neuen Klettergeneration geworden, sagt er. Und dies habe ihm sehr viel ermöglicht, was ohne seine Profi-Karriere nicht gar nicht denkbar gewesen sei. 1993 jedoch wollte er dann lieber wieder sein Abenteurertum leben, deshalb habe er seine Karriere als Wettkampf-Kletterer damals beendet.

Es gab eine Zeit, wo ihm der Ruhm zu Kopf gestiegen ist, so der Unternhemer und Abenteuerer. Er sei unverbindlich geworden, suchte sich nur noch raus, was ihm am besten Gefallen hat und wurde “ein bisschen ein Kotzbrocken”. Er habe sich für was Besseres gehalten und habe sein Umfeld stark damit belastet, so Stefan Glowacz. Zudem habe er durch seine Unverbindlichkeit und Arroganz damals auch Freunde verloren, so Stefan Glowacz.

Absturz beim Soloklettern

Schließlich kam es im wahrsten Sinne des Wortes zum Absturz in der Karriere von Stefan Glowacz. Der Sturz sei zwar nicht ausschlaggebend für Ende der Wettkampfkarriere gewesen, aber es war ein Warnschuss zum richtigen Zeitpunkt.. Er ist damals viel Free Solo geklettert und befand sich in einer Phase der Überheblichkeit und Arroganz. “Klettern ist ein Spiegel des Charakters des Protagonisten”, so Glowacz. Er dachte, er brauche keine Sicherung, doch dann sei er im Klettergarten aus 10 Metern Höhe gestürzt. Ein Griff, an dem er sich mit beiden Händen festgehalten hatte, sei ausgebrochen. Um wieder seine alte Form zu erlangen, benötigte Stefan Glowacz zwei Jahre. “Das hat mich vom hohen Ross der Arroganz geholt.”, so der Abenteurer.

Hier geht’s zum vollständigen Interview mit Stefan Glowacz: www.suedtirol1.it

Beitragsbild: Wikipedia

 

 

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